Maritimer Adventskalender 2017

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Cover des Maritimen Adventskalender 2017

Liebe Kalenderkäuferin, lieber Kalenderkäufer,

wir freuen uns sehr, dass Sie den Maritimen Adventskalender 2017 erworben haben. Sie leisten hiermit einen wertvollen Beitrag zur Finanzierung unserer Arbeit.

Bedanken möchten wir uns aber auch recht herzlich bei unseren Sponsoren – sie sind es, die durch Sach- oder Geldspenden den Maritimen Adventskalender erst möglich machen!

In den nächsten Tagen möchten wir Ihnen unsere Arbeit näherbringen. Aber auch über den sprichtwörtlichen Tellerrand hinaus gucken. Wir haben ein paar interessante Beiträge für Sie zusammengestellt. Es lohnt sich also jeden Tag einmal auf www.maritimer-adventskalender.de vorbeizuschauen.

Viel Erfolg bei der Verlosung wünschen Ihnen

Ihre Herausgeber vom Maritimen Adventskalender 2017
Seemannsheim Hamburg • Duckdalben international seamen's club • Seemannsmission Brunsbüttel

P.S.: Da uns einige Fragen häufiger erreichen, haben wir sie zusammen mit ihren Antworten hier zusammengestellt: FAQ

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Leuchttürme – mehr als Leuchtfeuer und Schifffahrtszeichen

Feuerschiff im Hamburger Hafen (© KMJ in der
Wikipedia auf Deutsch – CC BY-SA 3.0)

In der Sprache der Seeleute beschreibt eine "Befeuerung" ein ortfestes Lichtsignal, das zur Navigation dient, und gemeinhin als Leuchtfeuer bekannt ist. Sein hauptsächlicher Nutzen liegt in der Schiffsführung in Küstennähe und bei Hafeneinfahrten. Während viele Einrichtungen der Nautik für „Landratten“ unsichtbar bleiben, sind die baulichen Träger der Leuchtfeuer ein Zeichen von kultureller und technischer Entwicklung. Angefangen mit primitiven offenen Landfeuern in der frühen Antike begannen die Ägypter etwa um 300 v. Chr. mit dem Bau des Leuchtturms von Alexandria – einem der sieben Weltwunder. Mit seinem Einsturz 224 v. Chr. nach über 1600 Jahren im Einsatz ist heutzutage der Herkulesturm im spanischen A Coruña der dienstälteste Leuchtturm der Welt. Überall dort, wo ein Leuchtfeuer von Nöten, aber der Bau eines Leuchtturmes aus geologischen Gründen nicht möglich ist, kommen sogenannte Feuerschiffe zum Einsatz. Ein weiterer Vorteil dieser mobilen Leuchtfeuer liegt darin, dass sie bei einer Veränderung der Gefahrenlage wie zum Beispiel durch Sandbänke versetzt werden können.

Quelle: OpenSeaMap – (hier klicken für Fullscreen »)

Auf Seekarten sind Leuchtfeuer aller Art mit ihrem spezifischen Lichtsignal verzeichnet. So steht beispielweise die Zeichenkette Fl(2)W.12s19M des Großen Leuchtturms auf Borkum (auf der Insel als Neuer Leuchtturm bekannt) für ein zweifaches, weißes Leuchtsignal von jeweils einer Sekunde, das sich alle 12 Sekunden wiederholt und 19 Seemeilen (=34,68km) weit reicht.

Mitunter nehmen „Leuchttürme“ kuriose Formen an. So wird beispielsweise das Maritim-Hotel in Lübeck-Travemünde aktiv als Leuchtturm benutzt. Im Dachgeschoss des Hotels befindet sich auf 117 Metern Höhe das höchste Leuchtfeuer Europas. Ein weiterer untypischer Leuchtturm ist die bekannte Freiheitsstatue in New York, die bei ihrer Eröffnung 1886 das höchste Leuchtfeuer der Welt war. Nachdem aber das Problem der geringen Reichweite des Fackelfeuers nicht gelöst werden konnte, wurde nach 16 Jahren der Betrieb der Freiheitsstatue als Leuchtturm eingestellt.

Kulturdenkmal Leuchtturm Westerheversand
(© Wolfgang Pehlemann / CC BY-SA 3.0)

Historisch sorgten Leuchttürme nicht nur für Höhenrekorde, sondern gehören auch oft zu den ältesten Gebäuden einer Gemeinde. Beispielweise ist der Turm Neuwerk auf der gleichnamigen zu Hamburg gehörigen Insel das älteste Gebäude der Hansestadt. Auch in der modernen Gesellschaft haben Leuchttürme in vielfältiger Hinsicht Einzug erhalten. Als beliebte Postkartenmotive, Werbung für Jever (Leuchtturm Westerheversand) sowie als beliebte Metapher in Popsongs (Grönemeyer Land Unter, Nenas Leuchtturm) sind sie allgegenwärtig.

Mit den Möglichkeiten der GPS-Ortung scheint heutzutage die Bedeutung von Leuchttürmen zu schwinden, allerdings sind die haptischen Schifffahrtszeichen nicht vollständig zu ersetzen. Insbesondere beim Ausfall der modernen Navigationshilfen stellen Leuchttürme eine Sicherheit für die Seefahrt dar. Zudem sind die ortfesten Leuchtfeuer für das Testen und Kalibrieren von Kompassen unerlässlich und warnen Seefahrer vor Riffen und Sandbänken. Die eigentlichen Räumlichkeiten des Leuchtturmes wie die Personalräume und die Aussichtsplattform sind dank wartungsfreiem elektrischen Licht nicht mehr notwendig. Sie werden nunmehr von der Öffentlichkeit in ausgedienten Leuchttürmen zur Besichtigung, für gastronomischen Zwecken und sogar für eine Trauung der besonderen Art genutzt.

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Immer mehr Frauen zieht es in die Seefahrt

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Von Christiane Sengebusch

Den Seemannsclub in Brunsbüttel besuchen nach wie vor nur sehr selten Frauen. Dennoch sagt die Niederländerin Sanne Hochings (21): "Frauen an Bord sind nichts Besonderes mehr." Bevor sie ihre Ausbildung an der Seefahrtsschule fortsetzte, war sie auf dem Containerschiff "Hydra" gefahren. Auch die Filipina Mara Ellaine Apostol, Offizierin auf dem Bulk Carrier "Golden Saguenay", berichtete von einer zunehmenden Zahl an Frauen, die sich für einen Beruf in der Seefahrt entscheiden würden.

Früher war es für das weibliche Geschlecht unmöglich, zur See zu fahren. Es ging sogar der Aberglaube um, Frauen an Bord würden einem Schiff Unglück bringen. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das geändert. Sanne Hochings begründete während eines Aufenthalts der "Hydra" in Brunsbüttel ihre Berufswahl: "Ein Job an Land in einem Büro kam für mich nicht infrage. Und es reizt mich, viele fremde Länder zu sehen."

Für sie und Mara Ellaine Apostol ist es ganz selbstverständlich, unter Männern zu arbeiten und zu leben. "Eine Extrawurst bekommen wir nicht gebraten", sagen die beiden Frauen. Beide Frauen fühlen sich voll akzeptiert. Die Filipina betont: "Ich mache die gleiche Arbeit wie die Männer und ich bekomme die gleiche Heuer wie die Männer. Sonst hätte ich mich auch nicht für die Seefahrt entschieden."

Dass Frauen im nordeuropäischen Raum zunehmend in Männerdomänen vordringen, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Frauen in verantwortungsvollen Posten auf den Philippinen nichts Besonderes mehr sind. Wie in kaum einem anderen Land schaffen es Frauen, Karriere zu machen. Vorausgesetzt, sie kommen aus der Mittel- und Oberschicht. Der Gender Gap Report 2016 des World Economic Forums listete die Philippinen hinsichtlich der Gleichstellung von Frauen weltweit auf Platz 9 auf. Zum Vergleich: Deutschland landete auf dem 12., die USA auf Platz 20.

Übrigens: Als die "Golden Saguenay" in Brunsbüttel lag, befand sich noch eine Kadettin eine an Bord. "Zwei Frauen auf einem Schiff, das kommt allerdings nicht so häufig vor", räumt Mara Ellaine Apostol ein.

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Das Grauen auf dem Mittelmeer

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Vorbemerkung: Wir haben diesen Beitrag schon einmal an dieser Stelle im letzten Jahr veröffentlicht. Da sich die Situation nicht entscheidend verbessert hat, haben wir uns dazu entschlossen, noch einmal auf dieses Thema hinzuweisen.

Von Christiane Sengebusch

Viele Seeleute sind am Ende. Im vergangenen Jahr wurden sie mehr und mehr zu Flüchtlingsrettern. Handelsschiffe zogen seit Januar rund 40.000 Flüchtlinge aus untergehenden Booten im Mittelmeer. Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR schätzt, dass seit Jahresbeginn mehr als 300.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen sind. Mehr als 2500 Menschen sind dabei vermutlich ertrunken.

Die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission (DSM), Pastorin Heike Proske, die Seeleuten aus aller Welt mit Seelsorge und sozialen Hilfen zur Seite steht, hat laut "Weser Kurier" im Laufe der Monate viele Berichte von ergreifenden Rettungsaktionen gehört, bei denen trotz aller Bemühungen Flüchtlinge ertranken. Es gibt daher Seeleute, die unter dem Eindruck der Ereignisse auf keinen Fall mehr übers Mittelmeer fahren wollen. Einige sollen sogar ihren Dienst quittiert haben.

Jeder Schiffsführer ist verpflichtet, Menschen in Seenot zu helfen. Dabei ist völlig egal, warum jemand in Seenot geraten ist. Wird Hilfe verweigert, drohen strafrechtliche Konsequenzen. Hilfe in Seenot ist eine humanitäre Verpflichtung. Dabei sind Containerschiffe oft gar nicht darauf vorbereitet, eine große Anzahl von Flüchtlingen aufzunehmen, wie Markus Schildhauer, Leiter der Seemannsmission in Alexandria/Ägypten, in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte. Diese Schiffe haben eine Riesenbordwand, die das Raufklettern schwierig macht. Zudem sind oftmals nicht genügend Lebensmittel und Wasservorräte für zusätzliche Menschen an Bord.

Den Reedereien verursacht die Flüchtlingsrettung zusätzliche Kosten, weil Umwege gefahren werden müssen und dies Zeit kostet. Sie haben deshalb mehrfach die europäischen Regierungschefs aufgefordert, die staatliche Seenotrettung in dieser Region auszuweiten. Inzwischen wurde im Rahmen der Mission Triton das EU-Seenotrettungsgebiet in südlicher Richtung ausgedehnt. Auch der Einsatz der Deutschen Marine und Kriegsschiffe anderer Nationen vor der libyschen Küste haben zu einer Entlastung beigetragen. Und auch die DSM-Mitgliederversammlung hat dazu aufgefordert, die Flüchtlingsproblematik auf dem Mittelmeer nicht länger auf dem Rücken der Seeleute auszutragen. Doch bislang hält das Grauen an.

Bildnachweis: © Giovanni Cancemi / Fotolia

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Die Seenotretter in Brunsbüttel

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Von Jochen Scheer

Die Brunsbütteler Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) liegt an einer besonderen Schnittstelle an Elbe und Kanalmündung. Sofort einsatzbereit ist das Seenotrettungsboot "Gilles Gullbransson" am Liegeplatz große Nordschleuse, um nach der Alarmierung durch die Bremer Zentrale umgehend auslaufen zu können. Ein fester Stamm von ehrenamtlichen Bootsführern und Rettungsmännern unter Leitung von Vormann Jürgen Grimsmann besetzt das Boot.

Dies unterscheidet auch ein Seenotrettungsboot von den hauptamtlich besetzten Seenotrettungskreuzern, neu in Cuxhaven "Annelise Kramer" und Büsum "Theodor Storm".

YouTube-Video: Die Seenotretter in 50 Sekunden

In vielen Fällen sind es Freizeitkapitäne, die festsitzen oder mit Maschinenschaden kämpfen in dem anspruchsvollen stark befahrenen Gewässer im Abschnitt Glückstadt bis Ostemündung. Aber immer wieder ist es auch die Berufsschifffahrt zum Beispiel mit einem verletzten Seemann, der übernommen wird oder sogar ein Fahrgast eines Kreuzfahrtschiffes, der die Kreuzfahrt nicht fortsetzen kann – alles vorgekommen.

Besonders traurig sind Einsätze, wo trotz medizinischer Ausrüstung und Ausbildung nicht geholfen werden kann – ein tödlich verletzter Einmannsegler gehörte dazu. Die Berufsschiffahrt machte auf das steuerlos treibende Boot aufmerksam.

Umso erfreulicher wenn ein Motorboot, das sich im Elbehafen zwischen Kai und Schwergutfrachter verkeilt hat "aus der Klemme herausgezogen werden kann".

Etwa 25 Mal im Jahr heißt es ausrücken. Natürlich ist es im Winter außerhalb der Saison etwas ruhiger, doch immer liegt das Seenotrettungsboot abfahrtbereit am Ponton und kommt dank sehr niedrigen Tiefgang überall hin, wenn es nach Funkspruch heißt "Wir kommen".Schon über 150 Jahre gibt es die DGzRS, auch die Station Brunsbüttel feierte schon das 25jährige Jubiläum!

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Seefeste Pfifferlinge

Es war Anfang Dezember und unser Schiffskoch stellte mir seinen Speiseplan für die Weihnachtstage vor. Er hatte immer neue Ideen, und ein gutes Essen an Bord ist die Grundlage für die Stimmung auf hoher See- besonders zu Weihnachten.

Unsere nächste Reise von Hamburg nach New York und wieder zurück nach Europa garantierte schlechtes Wetter, und wahrscheinlich werden wir uns über die Weihnachtstage im Seegebiet südlich von Neufundland befinden.

Für Heilig Abend schlug der Koch Filetsteak mit Pfifferlingen vor und bat mich, nicht die sonst üblichen "Champignon Hotel II. Wahl" zu bestellen. Damit war ich einverstanden und bestellte Pfifferlinge.

Unser Schiff war winzig im Vergleich zu heutigen Container-Giganten, wir würden heutzutage allenfalls als Feederschiff eingesetzt werden. Auf See Mitte Dezember, wir waren noch auf dem Weg nach New York und es herrschte extrem Schlechtes Wetter, da teilte uns Norddeich Radio mit, dass für uns ein Seefunk- Gespräch auf Kurzwelle vorlag. Es war unser Reeder und ich erwartete natürlich mitfühlende Weihnachts- und Neujahrswünsche. Damals gab es kein Satellitentelefon über Inmarsat, die Qualität über Kurzwelle war schlecht. Nach mehreren Minuten Geschnacke übers Wetter und ob wir auch einigermaßen pünktlich in New York ankommen werden, fragte ich ihn direkt nach dem Grund seines Anrufs.

Er kam aus dem Kehdinger Land und sprach am liebsten Plattdeutsch: „ Säg mol, wurum häst du denn Pfifferlinge bestellt, du weest dog wat de kosten..." Er war endlich auf den Punkt gekommen, nachdem wir minutenlang Belangloses geredet hatten. Die Telefonkosten waren bereits höher als ein Karton Pfifferlinge. Mir war klar, dass die Proviantkosten entscheidend sind, ob nach Abzug der Schiffskosten für Tilgung, Zinsen, Versicherungen und viel zu hohen Heuerkosten etc. noch ein bescheidender Betrag für den Reeder übrig blieb. Er hatte schließlich Familie und wollte auch angemessen leben können. "Das hat schiffssicherheits- und unfallrechtliche Gründe, denn die sonst üblichen Champignons rollen bei dem zu erwartenden schlechten Wetter aus der Pfanne und könnten den Koch verletzen. Pfifferlinge sind seefest und bleiben in der Pfanne liegen, helfen als Fender zusätzlich, damit nicht auch noch das Filetsteak samt Fett aus der Pfanne geschleudert wird...". Der Reeder war sprachlos, mit so einer Antwort hatte er nicht gerechnet. Wir beendeten dann das Gespräch, leider ohne Weihnachts- und Neujahrsgrüße auszutauschen.

Unser Weihnachtsfest auf dem Nord- Atlantik verlief dann harmonisch ab, die Pfifferlinge und das Filetsteak lagen satt in der Pfanne und schmeckten hervorragend. Das Wetter war wider Erwarten relativ gut, nur Windstärke 6- 7 aus Nord-West, aber das waren wir ja gewohnt.

Kommentar:

Diesen Dialog mit dem Reeder hatte es tatsächlich im Dezember 1978 gegeben. Wir waren unterwegs mit einem etwas mehr als 100m langen sowie1599 BRT vermessenen Containerschiff. Ungefähr 600 sm südlich von uns war gerade die "MS München" von Hapag-Lloyd (37.143 BRT) versunken, es lief eine der größten zivilen Rettungsaktionen der Nachkriegszeit bis zum 22. Dezember. Keiner der 28 Besatzungsmitglieder überlebte.

Es herrschte tagelang Orkan aus westlichen Richtungen, die Wellenhöhe betrug im Mittel zwischen 12m bis 15m Höhe. Wir kamen schließlich mit 9 Tage Verspätung und einigen total zerstörten, an Deck geladenen Containern in New York an. An unserem Schiff waren keine nennenswerten Schäden durch Seeschlag entstanden.

Diesen Beitrag schrieb Bernd Appel, Vorsitzender des Nautischen Vereins Brunsbüttel

Festliche Stimmung im Seemannsclub

Seeleute

Von Christiane Sengebusch

Es darf gewürfelt werden im Seemannsclub. Täglich vom 1. bis zum 24. Dezember. Das Spiel ist Bestandteil des Adventskalenders für Seeleute. "Der Kalender ist Tradition bei uns. Die Clubbesucher würfeln um das Geschenk", erzählt Meier. Die Vergangenheit hat gezeigt: Die Seeleute machen begeistert mit und freuen sich oft wie die Kinder, wenn sie ein Geschenk auspacken dürfen und dieses stolz herumreichen.

Die Schiffe werden immer größer. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Besatzungsmitglieder. An Bord leben und arbeiten Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturkreise. Die Gespräche drehen sich häufig nur um die Arbeit. Das alles begünstigt eine soziale Isolation.

Umso wichtiger ist die Arbeit des Seemannsclubs. Seeleute haben ein paar Stunden festen Boden unter den Füßen. Hier finden Seeleute Ansprechpartner, können von ihren Familien und ihrer Heimat erzählen, aber auch über ihre Sorgen und Nöte sprechen. Sie haben die Möglichkeit, ganz in Ruhe zu skypen, Billard oder Tischtennis zu spielen.

"Gerade in der Vorweihnachtszeiten ist es wichtig, den Seeleuten eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen", sagt Leon Meier, Leiter der Seemannsmission Brunsbüttel. In der Adventszeit ist der Club in der Kanalstraße festlich geschmückt. Mit Tannenzweigen, Kerzen und Lichterketten. Schulklassen aus Brunsbüttel und Umgebung backen Jahr für Jahr Kekse für die Seemannsmission, um den Seeleuten den Aufenthalt im Club zu versüßen. Und täglich wird ein Päckchen an dem Adventskalender geöffnet.

Am Heiligabend macht Leon Meier am Vormittag Schiffsbesuche. Am Abend bleibt zwar der Club geschlossen. Am ersten und zweiten Weihnachtstag ist er zu den gewohnten Zeiten von 15 bis 22 Uhr geöffnet. An diesen Festtagen werden die Seeleute mit alkoholfreiem Punsch, Geflügelwürstchen und Kartoffelsalat bewirtet. "Um Menschen aller Religionen gerecht zu werden, greifen wir auf Geflügelwurst zurück", erläutert Meier.

Als besonders wichtig bezeichnet er jedoch die Aktion "Weihnachten am Ohr". Aufgrund der großen Spendenbereitschaft ist es wieder möglich, Seeleuten eine Simkarte für zehn Euro zu schenken, damit sie Kontakt zu ihren Lieben aufnehmen können. Konnten die Karten in den vergangenen Jahren oft nur zwei oder drei Tage genutzt werden, haben sie heute wegen des Wegfalls der Roaming-Gebühren eine deutlich längere Haltbarkeitsdauer. Da die Seeleute, die den Club besuchen, zumeist von Schiffen kommen, die hauptsächlich europäische Häfen anlaufen, können sie die Simkarte vier Wochen lang einsetzen.

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Die unsichtbare Gefahr

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Sie tragen unterschiedliche Farben, sind aus Stahl und ihre bekanntesten zwei Maße sind: "TEU" und "FEU". Es sind Großraumbehälter, die übereinander gestapelt werden können. Die Rede ist natürlich von Containern.

Obwohl die Erfindung des Seefracht-Containers erst 1956 erfolgte, haben diese Behältnisse unser gesamtes Leben verändert. In vielen Fällen verbessert: Weil eine Vielzahl von Produkten für uns stets und ständig verfügbar zu sein scheint. In den Stahlboxen wird nämlich all das transportiert, was wir liebgewonnen haben: Laufschuhe, Jeans, Smartphones. Aber auch Obst und Gemüse (in speziellen Kühlcontainern).

"TEU" und "FEU" sind dabei die global gültigen Standardeinheiten eines Seefrachtcontainers. "TEU" steht für "Twenty-foot Equivalent Unit" und "FEU" für Forty-foot Equivalent Unit. Die Maße in Metern sind: 6,058 m lang, 2,438 breit und 2,591m hoch (TEU) bzw. 12,192m lang, 2,438m breit und 2,591m hoch (FEU). Anders ausgedrückt: Ein 20-Fuß-Container kann 3500 Schuhkartons fassen, ein 40-Fuß-Container sogar knapp 8000 Kartons.

Aber neben einer Sonnenseite gibt es auch eine Schattenseite bei Containern. Denn damit Waren auf ihren langen Wegen nicht von Schädlingen befallen werden oder anfangen zu schimmeln, kommen in den Herkunftsländern hochgiftige Begasungsmittel zum Einsatz. Manchmal ist dies noch nicht einmal böse Absicht, sondern Vorschrift. Andernfalls würden nämlich über Container auch blinde Passagiere wie Insekten und Pilze in unsere Länder einreisen.

Die unsichtbare Gefahr entsteht durch die unterschiedliche Handhabung der Regeln zum Gifteinsatz. Die Länder entscheiden nämlich selbst, welches Gift zum Einsatz kommt und wie viel. Und da es keinerlei Regeln zur Kennzeichnung gibt, wird das ganze zur Gefahr für Hafenarbeiter. Aber es kommt noch schlimmer, denn es gibt noch ein weiteres Problem: Neben giftigen Begasungsmitteln dünsten viele Waren Industriechemikalien aus, wodurch in den Containern "Chemiecocktails" entstehen. Mit gravierenden Folgen für Verbraucher, die kontaminierte Kleidung oder Schuhe an sich tragen.

Was könnte helfen? Sicherlich strengere Kontrollen und Kennzeichnungen, die auf die Gefahr aufmerksam machen. Letzten Endes aber auch ein kritischer Konsument, der nicht jederzeit zum günstigsten Preis alles verfügbar haben möchte...

Anmerkung der Redaktion: Morgen sehen Sie an dieser Stelle einen spannenden TV-Beitrag zu diesem Thema! Er hatte die Idee für diesen Beitrag geliefert.

ZDF planet e.: Gift im Container - Gefahr für unsere Gesundheit?

Beitragslänge: 28 Minuten 38 Sekunden

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Was die Mathematik mit Seemannsknoten zu tun hat

Schwarzes Seemannsmissions-Logo

Foto: © pholidito / Fotolia

Aufgrund ihrer Einfachheit und Flexibilität sind Knoten seit jeher in der Seefahrt unverzichtbar. Verschiedene Knoten haben verschiedene Anwendungsgebiete. Allen gemein ist, dass sie auf Zug des Seils (seemännisch Tau) halten und sich durch gegenseitiges Schieben wieder leicht lösen lassen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einem Knoten und einem Stek. Ein Stek hält nur durch zusätzliche Gegenstände wie zum Beispiel weitere Taue, mit denen er verschlungen wird, wohingegen echte Knoten unabhängig davon stabil sind. Der Achterknoten ist unter Seglern auch als Stopperknoten bekannt und dient der Verdickung eines Seiles, um es vor dem Durchrutschen zu schützen. Der Kreuzknoten verbindet zwei starke Enden miteinander. Im Gegensatz dazu verbindet der Schotstek ein dünneres Tau mit einem stärkeren. Der bekannte Palstek ist strenggenommen kein Stek, sondern ein Knoten. Er wird zum Festmachen an Pollern eingesetzt. Im Rahmen des Segelführerscheins sind diese und viele weitere Knoten zu lernen, u.a. das Belegen einer Klampe. Hierbei kommt oft eine Knotentafel zum Einsatz, die auch als Dekorationsstück beliebt ist.

Mit der Systematik von Knoten befasst sich auch die Mathematik in der sogenannten Knotentheorie, einem Teilgebiet der Topologie. Um Knoten zu klassifizieren, betrachtet man hierbei nur die Informationen, die für die Kombinatorik eines Knotens relevant sind. Beispielsweise ist es egal, wie lang oder dick das Seil ist, mit dem man einen Knoten schlägt. Es kommt nur darauf an, welche Über- und Unterschreitungen es gibt. Ein mathematisches Modell eines Knotens ist also durch die nebenstehende zweidimensionale Projektion in sogenannte Bögen und Knoten gegeben, hier die Kleeblattschlinge, seemännisch einfacher Überhandknoten

Man betrachtet Knoten als äquivalent, wenn sie durch sogenannte Reidemeister-Bewegungen ineinander überführt werden können. Diese nach Kurt Reidemeister, einem der Begründer der Knotentheorie, benannten Umformungen entsprechen unserer Intuition: Beispielsweise ist das Legen einer Schlaufe oder das bloße Übereinanderlegen zweiter Taue irrelevant für den entstehenden Knoten. Das Ziel der Knotentheorie ist es nun, alle Knoten zu klassifizieren, d.h. man möchte einen Katalog von Prototypen haben und von jedem Knoten sagen können, in welchen Prototyp er durch Reidemeister-Bewegungen überführt werden kann. Ein übliches Mittel hierbei ist es, der kombinatorischen Darstellung von Knoten eine sogenannte algebraische Invariante, d.h. ein mathematisches Objekt wie eine Zahl, eine Funktion oder eine Färbung, zuzuordnen. Beispiele für algebraische Invarianten sind die Kreuzungszahl oder die Dreifärbungszahl. Die Kreuzungszahl beschreibt die minimale Anzahl von Kreuzungen eines Knotens und die Dreifärbungszahl die Anzahl an Möglichkeiten, die Bögen eines Knotens derart mit drei Farben zu versehen, dass an jeder Kreuzung jede Farbe nur einmal auftrifft.

Im besten Fall könnte man nun sagen, dass zwei Knoten gleich sind, wenn ihre algebraischen Invarianten übereinstimmen. Allerdings gibt es Knoten mit gleichen Invarianten, die aber trotzdem von Grund auf verschieden sind. Man hofft in der Knotentheorie eine algebraische Invariante (oder einen Katalog mehrerer Invarianten) zu finden, die Knoten eindeutig unterscheiden. Es ist allerdings noch nicht mal bekannt, ob eine solche Invariante existiert!

Objekte, die nicht nur aus einem Knoten bestehen werden Verschlingungen genannt. Ein interessantes Beispiel hierfür sind die Borromäischen Ringe. Man erkennt, dass jeweils zwei Ringe lediglich aufeinanderliegen, d.h. sie sind unverschlungen, wohingegen alle drei Ringe zusammen eine echte Verschlingung darstellen, d.h. nicht ohne Schneiden und Kleben voneinander getrennt werden können. Eine in diesem Kontext gebräuchliche algebraische Invariante ist die Verschlingungszahl Nach einem etwas komplizierteren System zählt man die Anzahl der Überschreitungen des einen Knotens über den anderen. Hieraus ergeben sich interessantes Kriterium: Sind zwei Knoten unverschlungen, haben sie offensichtlich keine gemeinsamen Kreuzungen und ihre Verschlingungszahl ist 0. Die Umkehrung gilt allerdings nichts: Es gibt echte Verschlingungen mit Verschlingungszahl 0 wie die Whitehead-Verschlingung.

Was aber bringt nun die mathematische Knotentheorie? Während sie bisher daran scheitert, zuverlässig zu erkennen, dass zwei Knoten gleich sind, ist sie in der Lage zu sagen, wann sich zwei Knoten unterscheiden! Wenn sich nämlich eine algebraische Invariante von zwei Knoten unterscheidet, sind sie auch garantiert verschieden. In einfachen Beispielen kann man dies zwar mit dem bloßen Auge erkennen, aber wie sieht es aus, wenn man Knoten mit hunderten Kreuzungen vergleichen möchte? Der Vorteil an der mathematischen Darstellung eines Knotens und der (einiger) algebraischen Invarianten ist, dass sie algorithmisch sind, also von einem Computer berechnet werden können.

In jüngster Zeit finden sich immer mehr Anwendungen der mathematischen Knotentheorie, die über lange Zeit nur von rein theoretischem Interesse war. Eine naheliegende Überschneidung gibt es mit der modernen theoretischen Physik im Zusammenhang mit Pfaden in Feynman-Diagrammen und topologischer Quantenfeldtheorien. Darüber hinaus gibt es weitere Anwendungen, etwa in der Biochemie und der Frage, ob verschiedene Faltungen von Proteinen mit anderen Proteinen übereinstimmen. In diesem Kontext spielt die Knotentheorie eine wichtige Rolle in der Genforschung.

Bildnachweise & Erläuterungen:
1) Kleeblattschlinge, schematisch: © derivative work: Pbroks13 (talk)
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5c/Trefoil_knot_left.svg/120px-Trefoil_knot_left.svg
2a) Erste Reidemeister-Bewegung: © YAMASHITA Makoto
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b1/Reidemeister_move_1.png
2b) Zweite Reidemeister-Bewegung: © YAMASHITA Makoto
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/60/Reidemeister_move_2.png
3) Borromäische Ringe: © Jim.belk
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5a/Borromean_Rings_Illusion.png
4) Whitehead-Verschlingung: © Spamguy
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ac/Whiteheadlink.png
6) Kleeblattschlingen: Eigens für den Maritimen Adventskalender 2017 erstellte Grafik

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IN EIGENER SACHE: Der Duckdalben sucht engagierte junge Menschen für einen Bundesfreiwilligendienst

Auch wenn die Bundesfreiwilligen eigentlich gerade erst angefangen haben und noch bis zum 31.07.2018 ihren Dienst versehen, müssen wir schon an den Sommer 2018 und ihre Nachfolge denken!

Einen Einblick, was eine(n) Bundesfreiwillige(n) beim Duckdalben erwartet, gibt ein Ehemaliger in folgendem YouTube-Video:

Der Bundesfreiwilligendienst im DUCKDALBEN beginnt jedes Jahr am 01.08. und endet am 31.07. des Folgejahres. BewerberInnen müssen zu Beginn des BFD 18 Jahre alt sein, Englisch sprechen und einen Führerschein haben. Für Auswärtige stellen wir ein Zimmer. Wir freuen uns auf eure Bewerbungen bis zum 31.01. jeden Jahres. Gerne auch per Mail.

Weitere Informationen »

TV-Doku: Moderne Seefahrer

Wann kommt der moderne Schiffsbau an seine Grenzen? Wie groß kann ein Kreuzfahrtschiff sein? Und was wurde aus dem Traum ein unsinkbares Schiff zu bauen? Diese spannende zweistündige TV-Doku liefert Antworten.

Zur Seemannsmission Brunsbüttel »

NDR die nordstory: Fernfahrer zur See

Heute Danzig, morgen Kaliningrad und in einer Woche Stockholm: Es sind die "Feederfahrer", Fernfahrer zur See auf Versorgungsschiffen, die viel leisten müssen. Länge: 58 Minuten 38 Sekunden.

IN EIGENER SACHE: Bundesfreiwilligendienstleistende gesucht!

Dylan, Alwy und Pauline

Nicht jeder weiß direkt nach der Schule, welcher Weg der richtige ist. Diese Findungsphase ist bei der Vielzahl an Berufsmöglichkeiten heute eher die Regel als die Ausnahme. Wer diese Zeit aber nicht einfach nur mit Chillen überbrücken möchte, für den ist vielleicht der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eine lohnende Alternative!

In einem kleinem engagierten Team rund um Seemannsdiakon und Stationsleiter Leon Meier bekommen junge Frauen und Männer die Chance, von Anfang an Verantwortung zu übernehmen. Nach kurzer Anleitung besuchen die liebevoll "Bufdis" genannten Mitarbeiter eigenstädig die in den Häfen Brunsbüttels liegenden Schiffe. An Bord erkundigen sie sich nach dem Wohlergehen der Seefahrer. Sie versorgen die Seeleute mit Nachrichten aus den jeweiligen Nationen und helfen mit speziellen Simkarten den Kontakt nach Hause herzustellen.

Außerdem wartet der Seemannsclub mit seinen drei Clubräumen, einem ökomenischen Andachtsraum, eigenem Shop und fünf Übernachtungszimmern mit spannenden Aufgaben auf. Die Freiwilligen kümmern sich um den Verkauf, aber auch die Kassenführung. Sie helfen bei kleinen Verbindungsproblemen mit dem W-LAN aus. Und sie bereiten auf Wunsch auch mal eine Pizza zu. Oder sie legen im Bereich des Housekeepings auch einmal selber Hand an. Außerdem organisieren sie nach Absprache mit den Landgängern Fahrdienste, damit die Seefahrer sicher vom Schiff zum Club und zurück kommen. Und das alles natürlich in Englisch und zur Not auch mit Händen und Füßen.

Kurzum – "Bufdis" leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die gemeinnützige Seemannsmission Brunsbüttel!

Das Wichtige auf einen Blick für Interessenten:

• Bewerbungen werden gerne jederzeit entgegengenommen.
• Ein Taschengeld und eine Dienstunterkunft werden gestellt.
• Ein Führerschein der Klasse B wird für den Dienst vorausgesetzt!
• Die nächsten "Bufdis" beginnen bereits am 01.08.2018!

Weitere Informationen »
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Weihnachtsfeier mit Bingo und Karaoke

Von Christiane Sengebusch

Fünf Filipinos des Öltankers "Siri Knutsen" machen es sich in den Clubräumen des Brunsbütteler Seemannsclubs in der Kanalstraße bequem. Drei spielen zunächst eine Partie Billard, um dann wie ihre Kollegen bei Bier und Chips mit ihren Angehörigen auf den Philippinen zu skypen. Zuvor waren sie in der Stadt einkaufen und sind mit prall gefüllten Rucksäcken in die Seemannsmission zurückgekommen. "Weihnachtseinkäufe" erklärt einer der fünf Männer.

Alle fünf freuen sich auf Weihnachten, obwohl lediglich Steward Mark Jerome Kunag und 1st Engineer Engeneer Hevento E. Campos das Fest zuhause verbringen. Am 15. Dezember werden sie auf den Philippinen eintreffen und zwei Monate Urlaub machen. Im Gegensatz zu den drei anderen sind die beiden verheiratet. Deshalb zählen sie bereits die Tage bis zum Fest. "Super, dass es in diesem Jahr mit dem Heimaturlaub geklappt hat", strahlen sie über das ganze Gesicht. Sie werden die Zeit genießen.

In Deutschland wird Weihnachten groß gefeiert. Das ist aber nichts gegen das Fest auf den Philippinen. Schon ab September schallt in Einkaufszentren in Manila "Feliz Navidad" aus allen Lautsprechern. Palmen sind mit Lichterketten geschmückt. Der Inselstaat wird zu 90 Prozent von Christen, hauptsächlich katholischer Konfession, bewohnt. Mit der Feier der Geburt Jesu Christi nehmen die Filipinos es sehr ernst. Bereits ab dem 16. Dezember finden täglich mehrere Messen statt. Die erste am Tag beginnt jeweils im Morgengrauen.

Aber es wird auch fröhlich gefeiert. "Wir sitzen mit unseren Familien und Freunden zusammen, haben einen geschmückten Weihnachtsbaum. Und natürlich gibt es ein tolles Essen“, erzählen Mark und Hevento. Ihnen läuft schon jetzt das Wasser im Mund zusammen beim Gedanken an das traditionelle Frühstück nach dem Kirchgang: Putò Bumbòng, süßer Klebreis, der in Bambusrohren gegart wird, und Bibingka, einen in Tontöpfen gegarten Weihnachtskuchen.

Die drei anderen Filipinos sind noch Singles. Daher fällt es ihnen nicht so schwer, Weihnachten auf See zu verbringen. Außerdem wissen sie, dass der Kapitän für ein paar schöne Stunden an Bord sorgen wird. Ein Weihnachtsbaum wird aufgestellt. "Und selbstverständlich wird es ein tolles Weihnachtsessen geben", lacht Chief Steward Mark Chesten Snehzare. Karaoke, das gemeinsame Anschauen von Videos und Bingo mit Supergewinnen runden das Fest an Bord ab. "Traurig wird's wohl nicht", sind sich die drei philippinischen Seeleute sicher – obwohl sie natürlich auch gerne in die Heimat gefahren wären. Aber so ist das Seefahrerleben nun mal eben. Damit haben sie sich abefunden.

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Heute möchten wir ganz bewusst unsere Sponsoren in den Mittelpunkt Ihrer Aufmerksamkeit stellen:

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Aus rechtlichen Gründen dürfen wir sie leider nicht verlinken, da wir sonst Gefahr laufen, unsere Gemeinnützigkeit zu verlieren.

Ihr Feedback zum Maritimen Adventskalender

Zum achten Mal haben der Duckdalben, das Seemannsheim Hamburg und die Seemannsmission Brunsbüttel nun den Maritimen Adventskalender herausgegeben. Mit einer Auflage von 7000 Stück und dem Wissen, dass alle Kalender verkauft werden konnten, ist der Kalender schon jetzt ein großer Erfolg.

Auf dieser Tatsache möchten wir uns aber nicht ausruhen und deshalb sind Sie gefragt! Geben Sie uns anonym ein Feedback.

In den letzten Jahren haben viele Nutzer dazu beigetragen, dass wir den Kalender kontinuierlich verbessern konnten.

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Weihnachten am Ohr

Weihnachten am Ohr

Haben Sie schon einmal Weihnachten fernab von Ihrer Familie verbracht? Für eine Vielzahl von Seeleuten ist dies leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Hunderte Kilometer entfernt von der Ehefrau, den Kindern und Eltern kommt häufig wenig weihnachtliche Stimmung auf.

Mit der Aktion Weihnachten am Ohr versucht die Deutsche Seemannsmission deshalb jedes Jahr, das Heimweh ein wenig zu lindern. Hierfür packen ehrenamtliche sowie hauptamtliche Mitarbeiter, „FSJ-ler“ und „Bufdis“ viele Geschenke. Neben kleinen Leckereien ist der wichtigste Teil des Geschenks eine Telefonkarte, mit Hilfe derer die Seeleute ihre Familien zu Hause anrufen können.

Die Geschenke werden in der Weihnachtszeit bei Bordbesuchen übergeben. Auf dem Nord-Ostsee-Kanal und der Elbe helfen darüber hinaus Lotsen dabei, die Geschenke zu verteilen.

Unterstützen auch Sie unsere Aktion durch eine Spende – und machen Sie den Seeleuten zu Weihnachten eine große Freude!

Kontoinhaber: Seemannsmission Brunsbüttel
BIC: NOLADE21WHO
IBAN: DE73 2225 0020 0153 0694 25
Bank: Sparkasse Westholstein

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What you are is God's gift to you – what you make of yourself is your gift to God!

Athur Amiscus

Seefahrer

Die Aufenthalte in der Seemannsmission sind für Seeleute eine angenehme Abwechslung vom oft monotonen Alltagsleben an Bord. Ungeachtet von ihren Rängen können sie im Club einfach Mensch sein, andere Gesichter sehen und Neuigkeiten von Land erfahren.

Lydia Schmidt

Ehemalige FSJ-lerin